Die Schweiz ist nicht nur wegen der Alpen ein bergiges Land. Je nach Gemeinde tun sich dank Steuern, Mieten oder Abgaben auch finanziell ganze Täler und Berggipfel auf – zumindest im eigenen Portemonnaie. Bei den vielen lokalen Regelungen kann man schnell den Überblick verlieren, wie sich das Budget vom eigenen Haushalt ändern würde, wenn man innerhalb des Landes zügelte. Daher ist es gut, dass es den Swiss Taxometer vom IWP gibt, das moderne Mikrosimulationsmodell zum Schweizer Fiskalsystem.
In Zusammenarbeit mit 20 Minuten haben wir uns zunächst eine Frage gestellt: In welchen Gemeinden sollte man als Single-Paar mit identischen Einkommen heiraten, um weniger Steuern zu zahlen – und wo sollte man lieber das Konkubinat weiter geniessen? Eine solch unromantische Frage kann natürlich nur von Ökonomen gestellt werden. Wir haben es getan:
- Heiratsstrafe: In welchen Gemeinden werden Verheiratete am meisten zur Kasse gebeten? Die Unterschiede sind in der Schweiz gewaltig. Während Paare mit gleichen Einkommen in Zürich fürs Heiraten besonders stark in die Geldbörse greifen müssen, gibts im Wallis sogar einen Bonus für das Ja-Wort.
- In den Abbildungen sind die Auswirkungen auf die Steuerzahlungen dargestellt, die ein Konkubinatspaar nach der Eheschliessung zu erwarten hat.
Wenn man sich nun den Bund fürs Leben versprochen hat, wo lässt es sich als verheiratetes Paar mit gleich hohen Einkommen in der Schweiz dann am günstigsten leben? Die Ergebnisse überraschen:
Der Taxometer ist ein Dissertationsprojekt unseres Doktoranden Przemyslaw Brandt und bündelt in bisher einmaliger Tiefe die fiskalischen Regelungen für natürliche Personen an einem Ort. Das Modell startet mit dem Bruttoeinkommen von uns Bürgern und berechnet mit Tausenden von Informationen das verfügbare Haushaltseinkommen, also das, was man am Ende nach allen Zahlungen an und von dem Staat sowie an seine Vermieter wirklich in der Tasche übrig hat. So ergibt sich ein detailliertes Bild der Finanzsituation für die Schweiz und die Schweizer.
Das Modell berücksichtigt die direkte Bundessteuer, kantonale Steuergesetze und die steuerlichen Regelungen der Gemeinden. So können etwaige Änderungen der Einkommensteuer und Vermögensteuer, aber auch andere Arten wie die Personalsteuer, Kirchensteuer und die Steuer auf Kapitalleistungen auf allen politischen Ebenen simuliert werden. Es werden hierbei auch umfänglich die jeweils gültigen steuerlichen Abzugsmöglichkeiten und Optimierungskalküle beachtet.
Zusätzlich zu den Steuern werden die Sozialabgaben von AHV über Krankenversicherung bis zur Arbeitslosenversicherung abgebildet. Auch potenzielle Transferzahlungen wie die Sozialhilfe oder Familienleistungen sind im Modell abgebildet. Zuletzt können sogar die Mietkosten auf Gemeindeebene berücksichtigt werden.
Sie haben selbst eine mögliche Reform des Schweizer Steuer-, Abgaben- und Transfersystems im Kopf und wollen vorab berechnen, was die Auswirkungen wären? Dann melden Sie sich bei uns unter taxometer@iwp.swiss.