Staatliche Unterstützung für Familien: Was wirkt wie?

Schweizer Familien sind im internationalen Vergleich gut gestellt

1. Elternzeit: viel Geld, begrenzte Wirkung

  • Bezahlte Elternzeiten von einigen Monaten fördern die Erwerbstätigkeit von Müttern.
  • Längere oder unbezahlte Elternzeiten erschweren die Rückkehr von Müttern in den Beruf. Studien zeigen bereits ab 4 bis 7 Monaten eine negative Wirkung.
  • Längere Elternzeiten tragen nicht zur langfristigen Gleichstellung zwischen Müttern und Vätern bei.

  • Mit 14 Wochen Mutterschafts- und 2 Wochen Vaterschaftsurlaub befindet sich die Schweiz bereits im wirksamen Bereich.
  • Eine Ausweitung brächte erhebliche Mehrkosten und nur geringen Zusatznutzen
  • Eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs auf 18 Wochen, wie sie die Familienzeitinitiative fordert, hätte 2023 Mehrkosten von rund 258 Mio. Franken (+29 %) verursacht; eine Ausweitung des Vaterschaftsurlaubs auf 18 Wochen hätte die Ausgaben um 1,25 Mrd. Franken (+800 %) erhöht.
2. Subventionierte Kinderbetreuung: zwischen Investition und Mitnahmeeffekt

  • Subventionierte Kinderbetreuung kann die Erwerbstätigkeit von Müttern moderat steigern.
  • Besonders wirksam ist institutionelle Betreuung für sozial benachteiligte Kinder, da dadurch ungleiche Startbedingungen teilweise ausgeglichen werden können.
  • Haushalte mit mittleren und höheren Einkommen profitieren jedoch überproportional von Kitaangeboten und deren Subventionierung.
  • Einkommensabhängige und dezentrale Lösungen erweisen sich als zielgerichteter als nationale Pauschallösungen.

  • Breite, pauschale Subventionen sind wenig effizient und können zu einer Umverteilung von unten nach oben führen.
  • Einkommensabhängige, dezentral organisierte Modelle sind zielgerichteter und berücksichtigen regionale Unterschiede besser.
  • Der Fokus sollte insbesondere auf Familien mit niedrigem Einkommen und Kindern mit erhöhtem Förderbedarf liegen.
3. Finanzielle Familienunterstützung: Steuerliche Abzüge statt pauschaler Zulagen

  • Familienzulagen leisten einen wichtigen Beitrag zur Einkommensstabilisierung, insbesondere für sozioökonomisch schwächere Haushalte.
  • Gleichzeitig reduzieren direkte Zulagen die Arbeitsanreize – vor allem für Zweitverdiener.
  • Steuerliche Abzüge, insbesondere für Drittbetreuungskosten, wirken zielgenauer und sind stärker arbeitsmarktorientiert.

  • Das bestehende System aus Zulagen und steuerlichen Entlastungen ist solide und bewährt.
  • Eine generelle Ausweitung der Familienzulagen ist weder empirisch gut begründet noch effizient.
  • Zielführender sind gezielte steuerliche Entlastungen für Zweitverdiener, Alleinerziehende, kinderreiche Familien sowie Familien mit tiefen Einkommen und hohen Betreuungskosten.
  • Steuerliche Abzüge vereinbaren finanzielle Sicherheit, Arbeitsanreize und Chancengerechtigkeit besser miteinander als pauschale Leistungsausweitungen.
Zukunftsfähige Familienpolitik mit Augenmass

  • wie sich die Lebensrealitäten der Familien in der Schweiz im Zeitverlauf verändert haben,
  • wie sich die familienpolitischen Massnahmen entwickelt haben,
  • inwiefern sich gewünschte und tatsächlich gelebte Erwerbs- und Betreuungsmodelle unterscheiden – und welche Rolle die Politik dabei spielen kann.